Inhaltsangabe

Jaguarblau



Marco Ventura, ein ehemaliger Gymnasiallehrer aus Parma, ist nach dem zweiten Weltkrieg nach Südamerika ausgewandert, um seinen brasilianischen Freund, Kapitän Bolcao, aufzusuchen.
Sie kennen sich aus der Zeit, in der sie in den Bergen bei Parma gemeinsam gegen die Deutschen gekämpft haben.
Venturas chronische Unduldsamkeit und Unzufriedenheit mit dem bürgerlichen Leben und die Bilder seiner unverarbeiteten Kriegserlebnisse, haben ihn in den Dschungel von Paraguay flüchten lassen, zum Stamm der Makà, um dort zu leben.
Dort erreicht ihn sein Freund Nanni Mariani (wir sind im Jahr 1945), der ihn im Auftrag des italienischen Konsulates, auf der Suche nach einem vermissten Kollegen, um Mithilfe bittet.
Man hatte diesen zuletzt auf dem Anwesen eines gewissen Sammartine gesehen, wo er auf der Suche nach vermissten italienischen Arbeitern, die dort unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiteten, verschwunden war.
Ventura sagt zu, auch weil er hofft, auf diese Weise das Verschwinden einiger junger Indios seines Stammes aufklären zu können.
Hier beginnen zwei parallel verlaufende Nachforschungen: Die eine, einer europäisch rationalen Strategie folgend, die andere, eine intuitiv auf magische und seherische Kräfte vertrauende. Diese zweite findet Unterstützung durch den Schamanen Oberà und dessen ‚Verbündeten’: halluzinogene Pflanzen, die ermöglichen, Dinge, die im Verborgenen liegen, zu erkennen. Dank dieser Erfahrung beginnt eine innere Suche Venturas, gleichsam einem analytischen Prozess ähnlich, der ihm ermöglicht, seine diffusen Kriegserinnerungen in einem neuen Licht zu sehen.
Diese Erlebnisse und die damit verbundene unverarbeitete Trauer über die erlebte Gewalt, hatten ihn in den letzten Jahren in seiner persönlichen Entwicklung so sehr beeinträchtigt, dass ihm sein altes, ‚normales’ Leben nicht mehr möglich war.
Die Suche nach den Vermissten, ein neues Abenteuer in Venturas Leben, ermöglicht ihm, dem Teufelskreis des inneren Monologes zu entrinnen.
Angesichts der Gewalt, die sich ihm am Ende dieser Suche wieder darbietet und die bei der Befreiung der versklavten Italiener und Indios in einem Blutbad endet, erfährt er eine kathartische Befreiung von den Bildern der erlebten Gewalt und dem damit verbundenen Schuldgefühl, das er verdrängt hatte.
Eine Erfahrung, die ihm eine Rückkehr an den Ort seines vorherigen Lebens möglich macht.