Péter Orbán, der heute vor allem als Schriftsteller tätig ist, hat sich im Laufe der Jahre den unterschiedlichsten kulturellen Aktivitäten gewidmet.
1947 in Rom als Sohn einer ungarischen Diplomatenfamilie geboren, die in ihm schon von Kindheit an die Leidenschaft am Lesen, der Poesie und der Kunst geweckt hat, nehmen seine späteren Studien durch die historisch bedingte Entwurzelung seiner Familie, aber auch seinem Wesen entsprechend, einen nicht gradlinigen Verlauf.
Nach dem Besuch der italienischen Grundschule besucht er zunächst die Deutsche Schule in Mailand und verbringt anschließend ein weiteres Schuljahr in München.
Anschließend studiert er zwei Jahre an der „Scuola del Cinema di Milano“ Filmregie. Auf diesem Hintergrund leitet er ein Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit Studenten des Fachbereichs Bühnenbild der Kunstakademie Brera.
Im Verlauf der folgenden Jahre wird Péter Orbán seine vielseitige Kreativität, die beeinflusst wird durch seine multikulturelle Zugehörigkeit, in unterschiedlichen kulturellen wie künstlerischen Projekten zum Ausdruck bringen.
1968 stellt er Farbreliefs auf Styropor und Kupferreliefs zum ersten Mal in Mailand aus. Zeitgleich arbeitet er in einem Architekturbüro, entwirft Möbel und Inneneinrichtung.
1970 arbeitet er in Redaktionen verschiedener Wochenzeitschriften (ABC/La Coppia).
In dieser Zeit veröffentlicht er eine Serie kurzer erotischer Kriminalromane unter verschiedenen Pseudonymen.
1973 entstehen in Zusammenarbeit mit dem Schulbuchverlag Mondadori Scuola unterrichtsbegleitende Materialien zu fächerübergreifenden Schulprojekten. Daran anschließend, 1974, beginnt eine dreijährige Mitarbeit in einem Verlagskollektiv (BCD), dessen Schwerpunkt die Erarbeitung didaktischer Materialien sowohl für die Schule als auch den Bereich
der Erwachsenenbildung ist.
Er ist Autor zweier Schulbücher (Datitalia, Città Campagna), in denen mit Hilfe literarischer Texte, Bildern, Cartoons und Sachtexten Sachverhalte aus den Bereichen Geschichte, Ökonomie und Geografie vermittelt werden.
1976 entsteht ein weiteres Buch im Verlag Sonzogno (Come cucinare ungherese), das sich mit der ungarischen Küche und Literatur befasst.
Zeitgleich arbeitet Péter Orbán als Maler und stellt in weiteren Ausstellungen seine Werke aus.
1979 gründet er zusammen mit zwei Freunden den Verlag ARCADIA, dem er seine ganze Aufmerksamkeit widmet und den er bis 1985 leitet.
Der Verlag ARCADIA EDIZIONI spezialisiert sich auf Veröffentlichungen faksimilierter Ausgaben von Zeichnungen sowie Handschriften Leonardo da Vincis, unter Mitwirkung des bekannten Kunsthistorikers André Chastel und dem Literaturprofessor und da Vinci-Spezia-listen Augusto Marinoni. Es entstehen unter anderem „Il codice Trivulziano“ und „Disegni di Leonardo alla Bibliotheca Ambrosiana“ in Coedition mit dem Verlagshaus Electa.
Ab 1985 widmet er sich wieder zunehmend seiner künstlerischen Arbeit. Gemeinsam mit seiner Frau Silvana Levi arbeitet er erfolgreich als Bildhauer. Es entstehen unter anderem Werke aus Textil und Metall.
Die Bildhauerei wird nun zu seinem beruflichen Schwerpunkt. Über fünfzehn Jahre präsentiert er seine Werke in diversen Ausstellungen in Italien sowie in Deutschland. Eine seiner Bronze-Skulpturen befindet sich in Norden-Hardenberg bei Göttingen. Eine weitere Skulptur aus Textil und Metall ist in Mailand zu sehen.
Trotz seiner intensiven Beschäftigung mit der Bildenden Kunst, entstehen weitere Bücher mit ökologischem Schwerpunkt in Zusammenarbeit mit dem WWF und Übersetzungen aus dem Deutschen.
In der Verwirklichung eines handgebundenen Miniaturbuches (Edizione Conti Borbone) mit Rezepten der „Gnomi“ (Heizelmännchen), einer den „Gnomi“ gewidmeten Ausstellung mit Zeichnungen und kleinen Bronzefiguren sowie ein gemeinsam mit Filippo Cattaneo durchgeführtes Filmprojekt zum gleichen Thema, vereinen sich die unterschiedlichen Begabungen des Bildhauers, Regisseurs und Schriftstellers Péter Orbán.
Seit 2000 gewinnt die Schriftstellerei wieder an Bedeutung. Neue Kurzgeschichten entstehen, werden ausgewählt und zunächst im Rahmen seines Freundeskreises präsentiert, dann gesammelt in „Parabole ed altri qui pro quo“. Die Komödie „Dialogo - il corpo perpetuo dell’anima“ (Dialog) entsteht und der Roman „Blu Giaguaro“ (Jaguarblau - Cabila Edizione) wird veröffentlicht.
Seit 2011 widmet sich Péter wieder verstärkt seiner bildhauerischen Tätigkeit und plant am 4. Oktober 2012 eine Ausstellung seiner neuen Werke in der Galerie Spazio Solferino in Mailand.